02.01.2020 | von Ozan Karatas

Selbstorganisation, Motivation

 

Darum scheitert dein Studium und das kannst du tun, um Klausuren besser zu bestehen.

Die Prüfung verlief eigentlich ganz gut, doch das Prüfungsergebnis ist alles andere als das – diese traurige Geschichte hat jeder von uns mindestens einmal durchlebt.

Wenn das nicht zu oft vorkommt, ist es eigentlich nicht all zu schlimm. Doch für manche, inklusive mir, ist das gefühlt Dauerzustand.

Pünktlich zum Semesterstart, noch nicht erholt von der letzten Klausurenphase, fehlt einem dann wirklich die Motivation: man hat keine Lust sich überhaupt nochmal hinzusetzen. Egal was man tut, es ist falsch und vielleicht sitzt einem auch noch die ein oder andere Klausur aus den letzten Semestern im Nacken.

Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, widme ich mich in diesem Beitrag mal den Gründen für ein schlechtes Studium und zeige mögliche Lösungen auf.

Denn jetzt ist der richtige Zeitpunkt aus dem Motivationstief herauszukommen. In diesem Artikel nenne ich dir fünf entscheidende Gründe, die maßgeblich an deinem Scheitern teilhaben und was du machen musst, um diesem aus dem Weg zu gehen.

 

1. Du setzt dir unrealistische Ziele

Gerade am Anfang des Semesters, wenn es um die Semesterplanung geht, sollte die Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen kein Wunschkonzert sein. Es ist verständlich, dass man endlich alle Module, auch die, die wiederholt werden müssen, hinter sich bringen will.

Aber bedenke, die Zeitvorgabe für einen ECTS ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Ehe du anfängst einzusehen, dass du dir zu viel vorgenommen hast, ist es meistens schon zu spät.

Setze daher deine wertvolle Zeit lieber bedacht ein, am besten mit einem realistischen Fokus auf bestimmte Fächer. Das führt zu besseren Noten und erspart dir Verzweiflung in der Klausurenphase!

Informiere dich: die Studienordnung ist dein bester Freund

Wirf vor Anfang des Semesters einen Blick auf den von deiner Universität vorgegebenen Studienplan und schreibe dir separat noch einmal auf, was du nachzuholen oder dir vorgenommen hast.

Falls dein Studiengang eine vorgegebene ECTS-Grenze zum Weiterstudieren hat, solltest du:

  • mindestens so viele Leistungen wie vorgegeben einbringen
  • von Anfang an zwei bis drei Extrafächer optional belegen, die du unter Umständen nicht schreiben könntest

Hab auch keine Angst davor die angebotenen Studienberater an deiner Universität/Hochschule zu befragen. Sie können deine aktuelle Situation im Studium besser einschätzen und dir wertvolle Tipps zu einem erfolgreichen Abschluss geben.

 

2. Du prokrastinierst

Jetzt kommen wir zum einflussreichsten Problem, das deinen Erfolg im Studium wohl am stärksten behindert: die Prokrastination.

 

Bild: Giphy

Der Duden beschreibt es als "das Verschieben, Aufschieben von anstehenden Aufgaben, Tätigkeiten" und trifft es damit sehr gut.

Wir alle kennen das Problem. 

Dir jetzt nur den Tipp zu geben, konsequent alles einfach sofort durchzuziehen, bekämpft das Problem nicht. Lass uns den eigentlichen Ursachen den Kampf ansagen!

Unrealistische Aufgaben

Der erste Grund für dein Prokrastinieren könnte sein, dass die anstehende Aufgabe unrealistisch zu erreichen ist. Dadurch entscheidest du dich unbewusst dafür, sie einfach nicht zu machen.

Versuche wichtige Aufgaben in kleine und einfache Meilensteine aufzubrechen, um:

  • schneller einen Fortschritt in deiner Arbeit zu sehen
  • motivierter die nächsten Punkte anzugehen
  • einen besseren Überblick zu erhalten, was noch erledigt werden muss

Ablenkung

Der nächste Grund adressiert dein Umfeld, in welchem du erfolglos versuchst, etwas zu schaffen. Wenn es nämlich darauf ankommt, dich hinzusetzen und deine vorgenommenen Ziele zu erreichen, sind plötzlich alle anderen Dinge oft viel interessanter. Dazu zählt: dein Handy, die verstaubten Regale, Netflix oder auch die weiße Wand 😅

Empfehlenswert ist es, deine elektronischen Geräte, die du aktuell nicht brauchst, auszuschalten. Sei dir deinen Aufgaben bewusst und lass keine Nebensächlichkeiten dich daran hindern sie zu erledigen.

Um fokussiert zu bleiben, kannst du auch Ohrenstöpsel oder klassische Lernmusik verwenden.

Eins steht fest: Ist der Anfang geschafft und der innere Schweinehund überwunden, nimmt dir nichts mehr so einfach die Konzentration.

Fehlende Belohnung

Vergiss bitte nicht, dich selber für dein Durchhaltevermögen zu belohnen:

  • setze deine Belohnungen vorher fest, z.B. Süßigkeiten, kurze Pausen, Aktualisieren deines Insta-Feeds
  • baue eine Steigerung in deinen Belohnungen ein

So stößt du weitere Anhaltspunkte an, um am Ball zu bleiben und bis zum Ende durchzuhalten.

 

3. Du schwänzt Tutorien oder Übungen

Während der Vorlesungszeit ist auch die Planung, das heißt, welche Veranstaltungen du tatsächlich besuchen wirst, ein wichtiger Knackpunkt.

Die ersten Wochen geht man meistens vorbildlich in alle vorgesehenen Veranstaltungen. Mit der Zeit kämpfst du dann aber mit deiner Anwesenheit. 

Nimm dir auf jeden Fall Zeit die allgemeine Struktur des Kurses zu verstehen. Dafür darfst du bei den ersten Terminen im Hörsaal keineswegs fehlen. Fokussiere dich dabei unbedingt darauf, was alles für dieses Fach angeboten wird.

Dazu zählt unter anderem:

  • ist die Anwesenheit verpflichtend?
  • gibt es Tutorien/Übungen?
  • welche Deadlines stehen an? (Anmeldefristen, Prüfungstermine, Abgaben)
  • wird ein Bonussystem zur Verbesserung deiner Klausurnote angeboten?

Organisatorisches vorher komplett verstanden zu haben, spart dir später viel Zeit!

Entscheide anschließend, welche Veranstaltungen du in diesem Fach realistisch gesehen besuchen wirst. Übungen/Tutorien verlangen deine aktive Mitarbeit und zwingen dich förmlich regelmäßig etwas für dieses Fach zu machen.

Damit dein Lernerfolg in Übungen und Tutorien noch größer wird, solltest du aktiv mitarbeiten, offene Fragen stellen und dich vorbereiten.

“Das Wichtigste ist, dass man nicht aufhört zu fragen.”
– Albert Einstein.

Hand hält eine gelbe Büste mit Albert Einsteins GesichtBild: Unsplash

Unausweichlich sind auch die Empfehlungen deiner Kommilitonen aus den höheren Semestern.

Hab keine Angst davor sie direkt zu fragen. Sie sind auch nur Menschen und freuen sich dir helfen zu können. Sie wissen genau, auf was es bei den Fächern ankommt, wie der Professor tickt und geben dir wertvolle Tipps mit auf den Weg, die sie selbst gerne in deiner Situation gehört hätten.

Du bist nicht der Typ eine Konversation zu starten? Kein Problem!

Melde dich einfach bei StudyStuff an und vernetze dich mit deinen Kommilitonen. Zudem kannst du auch in der Fachschaft und bei Events vorbeischauen. Dort ist es einfacher ins Gespräch zu kommen.

Eins ist sicher: ein guter Draht zu deinen Studiengenossen ist Gold wert und zahlt sich aus!

 

4. Du vergleichst dich mit Anderen

Die Beziehung zu deinen Kommilitonen kann aber auch negative Seiten haben. Du bekommst mit, wie sehr sich andere in das selbe Studium reinhängen oder es raushängen lassen.

Das wichtigste hierbei ist: Vergleiche dich nicht mit anderen!

Sie werden nie so sein wie du. Jeder Mensch ist anders, lernt anders und hat vor allem andere Ziele im Leben.

Es ist gut, einen Eindruck darüber zu bekommen, welchen Aufwand deine Kommilitonen betreiben, aber wenn du der Meinung bist, das ist zu viel oder zu wenig, dann zerbrich dir nicht den Kopf darüber und zieh dein eigenes Ding durch.

Es kann natürlich auch in die andere Richtung gehen, wenn du den Eindruck hast, von anderen im Studium heruntergezogen zu werden.

Versuche dich dann am besten von diesen Kommilitonen im Uni-Alltag etwas zu distanzieren. Freundschaftlich könnt ihr trotzdem auf einer Ebene sein. Das klingt zwar hart, ist aber für deinen eigenen Studienerfolg unvermeidbar und echte Freunde werden das verstehen.

 

5. Du nimmst dir nicht genug Zeit für dich selbst

Um 100% im Studium geben zu können, ist es nicht nur wichtig jeden Tag von frühmorgens bis spätabends den Tag am Schreibtisch zu verbringen, sondern auch ein gesundes Leben zu führen.

Die Zeit, in der man sich produktiv Wissen aneignen kann, ist begrenzt. Krankhaft zu versuchen, etwas trotzdem abschließen zu wollen, hat deshalb mehr Schein als Sein und führt eher zu Überforderung, Stress oder Panik.

Vermeide Überforderung, indem du dir bewusst eine Auszeit für dich selber nimmst, egal was auch anstehen sollte.

“The time to relax is when you don’t have time for it.”
– Sidney J. Harris

junger Mann schaut Sonnenuntergang mit hinterm Kopf verschränkten Armen an

Bild: Hubspot

Lege also bestimmte Zeiten in deinem Alltag fest, in denen nur du im Mittelpunkt stehst und erlaube nicht, dass irgendwas diese Zeit gefährdet.

Mache das, was dir am meisten Spaß macht:

  • geh zum Sport
  • mach einen Spaziergang
  • lies dein Lieblingsbuch
  • schau eine Folge deiner Lieblingsserie
  • Meditiere
  • Geh mit Freunden oder Familie aus oder mach etwas anderes Spaßiges

Mindestens 7-8 Stunden zu schlafen, ist ein wichtiger Aspekt. Diese Zeit braucht dein Körper einfach, um sich zu regenerieren. Dadurch bist du auch viel fitter und konzentrierter im Alltag, bekämpfst die Lustlosigkeit Sachen anzupacken und hast nebenbei auch noch eine schönere Ausstrahlung.

Wenn du dich zusätzlich noch gesund ernährst (damit meine ich vor allem selber kochen) wirst du bereits nach kurzer Zeit merken, dass du dir Gutes damit tust und, dass sich deine Leistungen deutlich verbessern.

 

Fazit: Es gibt genug Gründe und Möglichkeiten dein Studium nicht zu verkacken, also mach's nicht 😌

Du kannst alles schaffen, solange du es selber wirklich möchtest.

Ich hoffe der Artikel hat dir dabei geholfen die Gründe, die auf dich zutreffen, zu überdenken und idealerweise aus dem Weg zu schaffen.

Egal in welcher Situation du gerade steckst, behalte immer einen klaren Kopf und versuche motiviert an die Sache heranzugehen.

Hilfe zu holen und mit anderen über deine Probleme zu reden ist hierbei nichts, wovor du dich scheuen solltest. Vielmehr ermöglicht es dir eine andere Perspektive auf deine Situation zu erhalten.

Welche anderen Gründe sind ebenfalls die Ursache für das Tief im Studium? Hinterlasse mir einen Kommentar!

In diesem Sinne:
If Britney made it through 2007, you can make it through your studies!

Links rasiert sich die Sängerin Britney Spears 2007 Ihrer Haare ab. Rechts steht sie auf der Bühne bei einer Show 2016 und lächelt.

Bild: BuzzFeed

Ozan Karatas

Ozan Karatas Ozan ist 20 Jahre alt und studiert TUM-BWL im 5. Semester. Im Rahmen seines Projektstudiums ist er Teil des Content Teams bei StudyStuff und versorgt Dich mit neuem Stoff auf allen Social Media Kanälen.