25.02.2020 | von Jana Bialecki

Lerntipps

 

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Lernen im Studium - so bleiben die Vorlesungen im Kopf

Neben dem reinen Besuchen der Vorlesungen ist eine der wichtigsten Aufgabe im Studium, die behandelten Themen und Inhalte im Kopf zu behalten. Oft sind deine Noten nicht von deinen persönlichen Fähigkeiten abhängig, sondern allein von den Lernmethoden und deiner individuellen Bereitschaft. Aber wie genau gelingt es dir, das Lernen im Studium zu optimieren und Inhalte besser in Erinnerung zu behalten? Die folgenden Lerntipps helfen dir dabei. 

 

Warum sind konkrete Lernmethoden so wichtig?

Mit konkreten Lernmethoden schaffst du es, deinen Stoff im Blick zu behalten und auch mit möglichst wenig Zeit für gute Ergebnisse zu sorgen. Dabei stehen dir die verschiedensten Taktiken zur Verfügung, mit denen du deinen Lernerfolg Stück für Stück steigern kannst. 

Wie wichtig deine konkrete Methode ist, lässt sich bereits durch die Anatomie des Gehirns begründen. Einmal erfasste Informationen werden in der Regel nicht dauerhaft gespeichert, weshalb du diese Inhalte in der Klausur dann nicht mehr abrufen kannst.

 

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Das Lernen besteht grundsätzlich aus 3 Ebenen:

  1. Speichern
  2. Behalten
  3. Erinnern

Je nachdem wie hoch dein Interesse an den Inhalten ist, kannst du die aufgenommenen Informationen schon beim ersten Hören speichern. Das ist jedoch nur sehr kurzfristig und du kannst den Stoff nur mit Wiederholung wirklich im Gedächtnis behalten. 

Um dir den Stoff also zu merken, solltest du dir deine Mitschriften in der Regel einmal oder zweimal durchlesen, so speicherst du die Inhalte  möglichst lange im Gedächtnis. Erst bei ausreichender Wiederholung an mehreren Tagen kannst du dein Wissen auch später abrufen und es in Klausuren oder Hausarbeiten anwenden.

 

Change your Mindset! Mit der neuen Einstellung zu mehr Erfolg

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Du solltest Lernen nicht als etwas Unangenehmes ansehen. Es fehlt vielen Studenten häufig an der nötigen Motivation, um sich wirklich mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Die zahlreichen Ablenkungen des Alltags sind natürlich viel verlockender. Dabei kann es schnell passieren, dass die wirklich wichtigen Dinge immer mehr in den Hintergrund rücken. Hier folgen einige Annahmen über das Lernen, die du am besten aus deinem Gedächtnis streichst:

1. Lernen muss schwierig sein!

Du siehst das Lernen als Qual an. Viele Schüler und Studenten kennen das. Doch warum soll das Wiederholen und Verstehen interessanter Inhalte eigentlich so schlimm sein? Besser ist es, wenn du das Lernen als eine Möglichkeit ansiehst, dein eigenes Wissen zu erweitern und du dich somit von diesem unproduktiven Mindset verabschiedest.

2. Lernen ist nur Auswendiglernen!

Stumpfsinniges Auswendiglernen hat nicht wirklich viel mit Lernen zu tun. Der Prozess des Lernens basiert nämlich auf verschiedensten Methoden. Das wiederum gibt dir die Freiheit, die Methode auszuwählen, mit der du den Stoff am besten verstehen und lernen kannst. Lass dir deshalb nicht einreden, dass es beim Lernen nur ums Pauken und Auswendiglernen geht. 

3. Alte Lernmethoden sind out!

Auch diese Annahme ist meiner Meinung nach falsch. Trotz der vielen neuen Möglichkeiten durch die Technik bedeutet das nicht, dass die bisherigen Lernmethoden für dich nicht hilfreich sein könnten. Am besten probierst du Methoden wie beispielsweise das Schreiben von Karteikarten oder Listen selbst aus und bildest dir dann dein eigenes Urteil dazu. Vielleicht ist eine der Methoden ja tatsächlich etwas für dich!

 

Das Problem des Vergessens - die Ebbinghaus´sche Vergessenskurve

studystuff-vergessenskurve-wirksame-lerntipps-studentenAbb. Vergessenskurve nach Ebbinghaus im StudyStuff-Stil

Der deutsche Psychologe Hermann Ebbinghaus fand in zahlreichen Selbstversuchen heraus, dass frisch Gelerntes nach bereits 20 Minuten wieder um 40 Prozent verlernt wird. Nach einer Stunde ist bereits 45 Prozent weg und nach einem Tag ist nur noch ein Drittel des Wissens vorhanden. Auf lange Sicht blieben nur 15 Prozent des Erlernten wirklich im Gedächtnis. Wenn es nicht gerade um wichtige Informationen für die Klausur geht, ist das auch ganz gut.

Aufgrund der Vielzahl der Informationen, die wir ständig aufnehmen, ist es wichtig, dass das Gehirn eine gewisse Sortierung vornimmt. Mehr als 100 Milliarden Nervenzellen sind an dieser Stelle dafür verantwortlich, tausende Impulse zu filtern und neu eingegangene Informationen zu verarbeiten. Durch regelmäßiges Wiederholen der wichtigen Inhalte kannst du allerdings problemlos selbst festlegen, welche Informationen dir in Erinnerung bleiben und welche davon das Gehirn sozusagen löschen darf.

 

Lernen und Üben sind zwei Paar Schuhe

Wichtig ist auch, dass du die Begriffe Lernen und Üben unterscheidest. Zwar gehören diese beiden Bereiche grundsätzlich zusammen, doch du solltest in vielen Studienfächern zwischen diesen beiden Anforderungen unterscheiden. Beim Lernen geht es um das Einprägen von Inhalten, damit du diese im Anschluss wiedergeben kannst. Beim Üben kommt es auf die Anwendung der Inhalte an.

Ein Beispiel für das Üben sind Fremdsprachen. Zwar hast du vielleicht die Grammatikregeln für die Sprache gelernt, aber erst dadurch, dass du verschiedenste Aufgaben löst, wendest du das Wissen wirklich an. Deshalb profitierst du beim Üben von einem unbewussten Lernvorgang. Mit zunehmender Übung entwickelst du dann nämlich die Kompetenz, die Sprache wirklich zu beherrschen. 

 

4 sinnvolle Methoden für deinen Lernerfolg

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Aber zurück zu den richtigen Methoden zum Lernen. Welche Lerntipps dir selbst am meisten bringen, hängt von deinem individuellen Lerntyp ab. Manche Menschen verarbeiten Informationen besser, wenn sie zum Beispiel strukturiert aufgelistet sind, andere bevorzugen eher visuelle und grafische Darstellungen wie Diagramme und Bilder. Im Folgenden stelle ich dir 4 Methoden vor, mit denen du effektiv für die nächste Klausur lernen kannst und das Wissen aus deinen Vorlesungen im Gedächtnis behältst.

1. Mind Mapping

Gehörst du zum kreativ veranlagten Lerntyp, bietet es sich für dich an, Mind Maps zu gestalten. So bekommst  du einen guten Überblick über den Stoff und alle Zusammenhänge. Deine Mindmap sollte aus den wichtigsten Kerninformationen bestehen, an die du weitere Informationen anknüpfen und das Ganze vernetzen kannst. Achte allerdings darauf, dass du nicht zu viele Verknüpfungen herstellst, sonst wird deine Mindmap schnell unübersichtlich und hilft dir nicht mehr beim Lernen.

2. Inhaltliche Wiederholung

Die wohl einfachste Lernmethode ist das Wiederholen. Hast du neues Wissen gelernt, gilt es dieses immer wieder zu wiederholen, um es anschließend zum Beispiel in deinen Klausuren abrufen zu können. Das stumpfe Wiederholen kann natürlich schnell langweilig werden, deshalb ist es sinnvoller wenn du diese Methode mit anderen Methoden verknüpfst, zum Beispiel mit folgender: 

3. Alphabet-Methode

studystuff-wirksame-lerntipps-studenten-alphabet-methodBild: Unsplash

Bei dieser Lernmethode ordnest du jedem Begriff den du lernen möchtest einen Buchstaben zu und diesem Buchstaben ein Bild. Vor allem bei komplexeren Begriffen hilft die Zuordnung zu Bildern, weil du dich so intensiver mit den Lerninhalten auseinandersetzt. Konkret funktioniert diese Methode folgendermaßen: Nehmen wir an, du musst dir Blasinstrumente merken. Deine Liste beginnt mit der Tuba und du stellst dir zu jedem Buchstaben ein Bild/eine  Situation vor. Für den Buchstaben A beginnst du beispielsweise mit Anton. Du stellst dir vor, wie dieser mit der Tuba spielt, wodurch du dir das Instrument besser merken kannst. Dein zweites Instrument ordnest du dann dem Buchstaben B zu und suchst dir dazu wieder ein passendes Bild. Das führst du für die gesamte Liste weiter. Besonders hilfreich ist es, wenn das Wort starke Assoziationen bei dir auslöst. So kannst du dir die Liste noch besser merken. 

4. SQR3

Eine der moderneren Lösungen stellt die Lernmethode SQR3 dar. Diese Methode kannst du anwenden, wenn du Texte lesen und dir deren Inhalte besser merken willst. Die SQR3 Methode setzt sich aus 5 Bereichen zusammen:

  1. Survey
  2. Question
  3. Read
  4. Recite
  5. Review

So wendest du sie an:  Lies dir zunächst das Inhaltsverzeichnis und die Überschriften des Textes durch (Survey). Ermittle anschließend mögliche Fragen, die der Text für dich beantworten soll (Question). Markiere und Lese drittens die Texte (Read). Fasse daraufhin einzelne Abschnitte zusammen (Recite) und nimm dir zuletzt die inhaltliche Zusammenfassung der Textbestandteile vor (Review). So kannst du alle Inhalte des Textes besser im Gedächtnis behalten.

 

Diese 3 Lernfehler solltest du in Zukunft vermeiden

studystuff-wirksame-lerntipps-studenten-wrong-way-1Bild: Unsplash

Auch wenn du mit der Zeit die richtige Methode zum Lernen für dich finden und entwickeln konntest, gibt es trotzdem einige Lernfehler und Probleme, die es zu beachten gilt. Die folgenden 3 Lernfehler sind häufig der Grund für schlechte Lernergebnisse, die sich anschließend in den Klausuren zeigen:

1. Lernen, wenn du emotional bist 

Wenn du während des Lernens sehr emotional bist, behältst du den Stoff am schlechtesten. Auch mehrere Stunden „indirektes“ Lesen reichen nicht aus, weil sich dein Gehirn zu diesem Zeitpunkt nämlich zu sehr auf deine Gefühle und nicht auf die Lerninhalte fokussiert. Vermeide es deshalb zu lernen, wenn du unter starken Emotionen stehst. 

2. Dich nur auf die Angaben im Internet verlassen


Beim Lernen solltest du darauf achten, nicht nur das zu Lernen, was du im Internet über ein Thema findest. Es ist nämlich oft so, dass die Inhalte im Internet weniger detailliert und vereinfacht dargestellt werden. Um sicherzugehen, dass du alles Wichtige zu einem Thema weißt und genug gelernt hast, ist es gut auch einmal ein Buch oder die Skripte des Professors zur Hand zu nehmen.

3. Zu lange ohne Pause durcharbeiten

Ohne Pausen wirst du nach einiger Zeit langsamer und kannst dir weniger merken. Am besten legst du deshalb spätestens nach 60 Minuten 5 Minuten Pause ein, nach weiteren 90 Minuten eine 10-minütige Pause und hörst nach 4 Stunden erstmal ganz auf. In der Zwischenzeit kann nämlich dein Gehirn die aufgenommenen Inhalte besser verarbeiten und neue Verbindungen schaffen. So kannst du dir das gelernte länger merken.

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10 wichtige Kurztipps für bessere Lernergebnisse

  1. Such dir zum Lernen einen ruhigen Ort 
  2. Vermeide jede Form von Ablenkung und fokussiere dich 
  3. Entscheide dich für mehrere Lernmethoden und passe deine Lernumgebung an
  4. Lies dir die wichtigsten Informationen direkt nach der Vorlesung durch
  5. Schreib alle Informationen (am besten handschriftlich) auf, um sie dir besser zu merken
  6. Notiere dir Fragen und beschäftige dich mit diesen im Detail 
  7. Stelle einen Zeitplan mit konkreten Terminen auf 
  8. Bearbeite und wiederhole den Stoff in einer Lerngruppe
  9. Mache genügend Pausen. Vermeide dabei aber Netflix, Instagram & Co., um das Gelernte nicht direkt wieder zu vergessen 
  10. Suche dir thematisch passende Bücher und vertiefe dein Wissen

Weitere interessante Tipps und Ansätze zum effektiven Lernen erhältst du direkt hier: 

Effektiv lernen im Studium? Es liegt in deiner Hand!

Mit diesen Lerntipps kannst du auch in Zukunft effektiv lernen und deine Studieninhalte verinnerlichen. Es kann außerdem nie schaden, dich auch mal an neue Lernmethoden heranzuwagen und so deine perfekte Strategie für mehr Erfolg im Studium zu finden. So hast du gute Tools an der Hand, mit denen du auch fehlende Selbstdisziplin und mangelnde Motivation überwinden und trotzdem lernen kannst. Mit Lernstrategien und Lernmethoden, die zu dir und deinem Lerntyp passen, bist du fürs Studium und die nächste Klausur bestens gewappnet. 

Hast du weitere wirksame Lerntipps? Schreib sie gerne in die Kommentare!

 

Bild: by Bench Accouting auf Unsplash 

 

Jana Bialecki

Jana Bialecki Jana ist Content und Social Media Managerin bei StudyStuff. Sie sorgt für frische Inhalte und das du immer hilfreiche Unterstützung im Blog und auf unseren Social Media Kanälen erhältst.