03.02.2020 | von Latifah Kouala

Selbstorganisation, Studentenleben, Motivation

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Als Student möchte ich einerseits gute Noten schreiben, vielleicht neben dem Studium noch arbeiten und gleichzeitig eine gute Work-Life-Balance erreichen. Zusammengefasst: Mein Leben im Griff haben. 

Das ist nur leider nicht so einfach - zumal das vielleicht die erste Herausforderung ist, die du ohne Anleitung deiner Eltern zu meistern hast. (Ich spreche aus Erfahrung 😬)

Warum Prokrastinierer prokrastinieren

Was ist Prokrastination: Prokrastination ist ein anderes Wort für „aufschieben“ oder „vertagen“. Es meint damit das unnötige und hinderliche Verschieben von wichtigen Aufgaben auf einen späteren Zeitpunkt. Durch dieses Aufschieben werden Aufgaben schlussendlich unter hohem Druck erledigt, was zu Stress und schlechteren Ergebnissen führt. 

Du kennst das bestimmt: Eine Arbeit oder Abgabefrist rückt immer näher. Doch statt sich auf die Aufgabe zu stürzen, putzt man lieber das Fahrrad, räumt den Kleiderschrank auf oder trifft sich auf einen Kaffee mit der Freundin, um sich darüber zu beschweren, dass man mit der Arbeit nicht vorankommt.

Schnell gerät man also in einen Zyklus der ständigen Prokrastination. Tim Urban hat in seinem Ted Talk gut erklärt, was es mit dieser lästigen Prokrastination auf sich hat. 

Im Kopf eines Prokrastinierers von Tim Urban. Darum schieben wir das Lernen vor uns her.

Im Kopf eines Meister-Prokrastinierers

Tim Urban spricht in seinem Vortrag über den Instant Gratification Monkey, der für diese lästige Prokrastination verantwortlich ist, und das Panik Monster, dass jedes Mal auftaucht, wenn eine Frist abzulaufen droht oder eine Klausur kurz bevorsteht.

Die größte Herausforderung zu Beginn des Studiums ist es zu lernen, wie man sein Leben selbstständig führt.

8 fundamentale Tipps, um das Lernen nicht mehr aufzuschieben: In diesem Beitrag bekommst du Tipps an die Hand, die dir dabei helfen werden, den Instant Gratification Monkey unter Kontrolle zu halten und das Panik Monster in der Klausurenphase in den Griff zu bekommen.

 

1. Baby Steps - Kleine Schritte gehen

Vielleicht gehörst du zu den Menschen, die sich sagen, dass sie heute mindestens 6 Stunden lernen, 10 Seiten schreiben oder 5 km laufen gehen wollen. 

Würde ich dich aber herausfordern, das jetzt gleich zu erledigen, denkst du dir: “NO WAY! Ich bin noch nicht bereit. Ich muss noch herausfinden, wie ich an die Sache herangehe.”

 

 To think too long about doing a thing often becomes its undoing.

Eva Young

 

Das Problem: Du nimmst dir zu viel auf einmal vor! 

Take smaller steps!

Nimm dir statt 6 Stunden erstmal eine halbe Stunde vor, mach aus den 10 Seiten erstmal 50 Wörter und aus dem 5km-Run 10 Sit-Ups. Und wenn dir die Schritte immer noch zu groß sind, dann mach sie noch kleiner. 

Hauptsache du fängst an. Hast du nämlich angefangen, ist es viel einfacher weiterzumachen.

schiebst-lernen-nicht-vor-dir-her-Prokrastination-studystuff- small-baby-steps-motivation, Big journeys begin with small steps, Nehme dir nicht zu viel auf einmal vor, sondern teile deine Ziele in kleine Schritte auf

2. Vergiss Perfektion - Das Pareto-Prinzip

Versuche Perfektion zu vermeiden, oftmals ist sie nicht einmal notwendig. 

bild-pareto-prinzip-die-80-20-regel-effektives-lernen-arbeiten-das-pareto-modell-grafik-studystuff-lernorganisation-unihilfe

Arbeite nach dem Pareto-Prinzip. Dieses besagt, dass du oftmals schon mit nur 20 Prozent Zeiteinsatz 80 Prozent deiner angepeilten Ergebnisse erzielst.

Und so ist es tatsächlich.

Blockiere dich nicht selber oder arbeite zu verkopft.

Schreibe bei Arbeiten deine Gedanken runter und prüfe nach einer kreativen Pause, wie gut dein Ergebnis geworden ist. So verlierst du deine Ziele und Aufgaben nicht aus den Augen. Alles zum Pareto-Prinzip und wirksamen Zeitmanagement im Studium, haben wir dir in einem weiteren Beitrag aufbereitet.

3. Stay clean - Halte deinen Arbeitsplatz sauber

Unordnung am Arbeitsplatz = Unordnung im Kopf.

Versuche deinen Arbeitsplatz (dein Desktop gehört dazu!), sauber zu halten.

So hast du keine Möglichkeit, zu prokrastinieren, “weil du ja erst sauber machen musst”

Säubere E-Mail-Postfächer immer direkt und entscheide, ob die Mail relevant ist. Halte deinen Rechner nach einem vollen Tag sauber. Selbiges gilt für deine Lernunterlagen und das Daten-Management im Studium. 

Mit StudyStuff kannst du beispielsweise dein Lernzeug im Studium fast von selbst ordnen lassen, sodass du eine Baustelle weniger hast. Schau bei uns vorbei und versuch's mal!

schiebst-lernen-nicht-vor-dir-her-Prokrastination-studystuff-motivation- website-Kursübersicht-Lernzeug-Ordnung-Effizienz-produktivität, Mit Studystuff lässt sich dein Lernzeug einfach von selbst ordnen


4. SMARTE Zielsetzung

Unabhängig davon, ob beruflich oder privat, wir kämpfen alle manchmal damit, unsere Ziele zu erreichen. Oftmals liegt unser Kampf nicht an mangelnder Anstrengung, sondern daran, wie unsere Ziele strukturiert sind. 

Sei clever und setze deine Ziele mit dem SMART Akronym:

SPEZIFISCH

SMART beginnt damit dich zu fragen, inwieweit ein Ziel SPEZIFISCH ist. Dies ist wohl der wichtigste Teil der Festlegung oder Bewertung eines Ziels. Je weniger SPEZIFISCH ein Ziel ist, desto schwieriger ist es, festzustellen, wie lange das Ziel bis zur Fertigstellung dauern soll oder wie der Erfolg gemessen werden kann.

Beispiel: Ich will Mathe Grundlagen 2 ... (negatives Beispiel: Ich will die Klausueren...)

 

MESSBAR

Was bestimmt den Erfolg? Ziele können meistens am besten anhand von Zahlen, wie dem Ziel 10 Kilo zu verlieren, gemessen werden. Der Schlüssel zur MESSUNG liegt darin sicherzustellen, dass das Ziel, egal wie es gemessen wird, den Erfolg genau widerspiegelt. Gestalte dein Ziel daher messbar.

Beispiel: Ich werde die 4 Übungsklausuren Mathe Grundlagen 2 in den kommenden 2 Tagen durcharbeiten. Ich werde mindestens 75 Prozentpunkte erreichen.

 

ATTRAKTIV

Isoliert gesehen ist jedes einzelne Ziel ATTRAKTIV, aber im Leben bist du meistens dabei mehrere Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Ein häufiges Problem, mit dem wir konfrontiert sind, ist zu viele Ziele gleichzeitig zu haben oder die falschen Ziele zu verfolgen. Deswegen solltest du meistens deine Energie auf Ziele konzentrieren, die wenig Aufwand erfordern und dennoch einen hohen Wert haben. Du kannst genauso auch das Pareto-Prinzip verwenden. Frage dich selbst: Welche sind die 20% der Ziele, die mir 80% meines Nutzen einbringen werden?

Beispiel: Das Üben ist mir sehr wichtig, denn damit stärke ich meine Sicherheit beim Lösen von Klausuraufgaben.

 

REALISTISCH

REALISTISCH heißt nicht, die Frage mit ja oder nein zu beantworten, sondern sich zu fragen wie das Ziel erreicht werden soll. Was ist dein Aktionsplan? Verfügst du über die notwendigen Ressourcen und Fähigkeiten, um erfolgreich zu sein? Wenn nicht, was fehlt dir dafür? 

Gut gestaltete Ziele sorgen für Klarheit im Handeln. Wenn die zur Erreichung eines Ziels erforderlichen Maßnahmen unklar sind oder eine große Anzahl von Maßnahmen ergriffen werden muss, solltest du erwägen, das Hauptziel in überschaubare, umsetzbare Teilziele aufzuteilen.

Beispiel: Ja, die Übungsklausuren durchzuarbeiten ist realistisch. Ich verfüge über Materialien und kann jederzeit mit der Arbeit beginnen.

 

ZEITGEBUNDEN (Timed)

Das Letzte, was du sicherstellen möchtest, ist, dass deine Ziele ZEITLICH BEGRENZT sind. Durch die Angabe eines bestimmten Datums, bis zu dem ein Ziel erreicht werden soll, ist es einfacher Anreize zu schaffen und es ermöglicht dir, deine Fortschritte zu überwachen.

Beispiel: Ich werde die 4 Übungsklausuren an 2 Tagen lösen. Ziel sind jeweils 2 Klausuren je Tag zu bearbeiten.

 

Immer wenn du dir in Zukunft ein Ziel setzt, behalte das Wort SMART im Hinterkopf 🤓

 

5. Lernziele richtig planen und organisieren

Punkt 5 schließt sich nahtlos, an die kleineren Schritte und die SMART-Formel hin zum kontinuierlichen Lernen an.

Mach dir konkrete Pläne, z.B. einen Monatsplan, und verknüpfe diesen mit einem bestimmten Ziel, das du in kleine Unterziele aufbrichst. Manchmal ist es schlimmer nicht zu wissen woran man arbeiten muss, als die Arbeit selbst. 

Du willst zum Beispiel in einem Monat die letzten 8 Vorlesungen zusammenfassen. Dieses Ziel teilst du in 4 kleinere Ziele, damit du deine Wochenaufgabe hast. Du musst also in einer Woche 2 Vorlesungen zusammenfassen. 

So gehst du mit jedem Ziel vor, das du schaffen möchtest, jedem Fach in dem du eine Klausur schreibst und jeder Sache, die du erledigen musst. Diese Wochenaufgaben kannst du dann z. B. in die App Wunderlist eintragen und dir aufteilen an welchen Tagen du was erledigst.

12 hilfreiche Apps für dein Studium habe ich dir auch hier aufgelistet.

Notiere dir, wann und wo du eine Aufgabe erledigen wirst. Mach dir jeden Sonntag einen Überblick darüber wie viele Aufgaben du zu erledigen hast und verteile diese über die nächste Woche hinweg. Verbinde Wunderlist mit deinem Kalender und füge ein Wunderlist-Widget auf deinem Handy ein. So hast du alle To-do's des Tages immer auf einen Blick. So könnte es anschließend aussehen:

 schiebst-lernen-nicht-vor-dir-her-Prokrastination-studystuff-motivation- Wunderlist-Kalender-Zeitmanagement-ToDo-Aufgaben-erledigen, Mit einem Wunderlist-Widget auf dem Home-Screen deines Smartphones hast du alle To-Dos des Tages immer auf einem Blick

Abbildung: WunderList-Widget auf deinem Home-Screen

Listen auf Wunderlist kannst du auch mit deinen Freunden verbinden, die dann sehen, ob du einen Task beendet hast. Dieser soziale Druck motiviert noch mehr.

 

6. Setze deine Zeit sinnvoll ein 

Jeder hat mal einen schlechten Tag. Wenn du gerade nicht lernen kannst oder willst, dann verbring deine Zeit nicht damit auf Instagram zu chillen oder dir die 10 gefährlichsten Tiere auf YouTube reinzuziehen. 

Erledige Dinge, die du so oder so machen musst ,wie E-Mails beantworten, dein Zimmer aufräumen oder den Abwasch erledigen.

Oder bilde dich weiter.

Apropos: Dass du meinen Beitrag gerade liest, bedeutet, dass du auf dem richtigen Weg bist 👍

Und wenn das auch nicht geht, weil du zum Beispiel gerade deine Tage hast (oder dich einfach Versagensängste plagen), dann lies ein Buch, schau deinen Lieblingsfilm oder mach etwas, was dir normalerweise gute Laune bereitet. 

So tust du trotzdem etwas FÜR DICH und es fällt dir leichter dir zu vergeben. 

giphy

Bild: giphy.com

7. Der Schlüssel: Kontinuierliche Produktivität mit der  Pomodoro-Technik

Was nützt es, wenn du Stunden in der Bibliothek sitzt und vermeintlich lernst aber nichts dabei herumkommt? Was nützt es sich Lernen einzureden, wenn man sich stattdessen die neuesten Instagram-Stories reinzieht oder den Whatsapp-Chat offen hat und nach der nächsten Ablenkung sucht? 

Auch die Hirnforschung hat längst erkannt, dass Multitasking ein Mythos ist. Nur wer sich einer Sache beständig und konzentriert widmet wird Erfolge erzielen. 

Kennst du schon die Pomodoro-Technik?

Statt drei Stunden am Stück zu lernen, splittest du deine Zeit in 25-30-minütige Konzentrationsphasen und führst zwischen den Konzentrationsphasen 5 Minuten Pause ein und so weiter.

Eine coole App, die dir mit der Pomodoro-Technik helfen kann, ist die App Forest.

 

8. Bewege deinen Hintern

Körperliche Fitness ist nicht nur einer der wichtigsten Schlüssel zu einem gesunden Körper, sie ist auch die Grundlage für dynamische und kreative geistige Aktivität.

John F. Kennedy

 

Beim Sport baust du eine massive Resistenz gegen chronischen Stress auf und schüttest Endorphine, Noradrenalin, Dopamin und Serotonin aus. 20 Minuten Bewegung lassen dich schon sehr viel motivierter und gleichzeitig entspannter fühlen. 

Setze dir als Ziel dich mindestens 1Std. pro Woche zu bewegen, um gar nicht in die Situation zu kommen, in der du anfängst zu prokrastinieren oder sogar Angstzustände bekommst. Eine Stunde bedeuten 3 x 20 Min. Workout pro Woche.

Dazu musst du nicht einmal ins Fitnessstudio gehen, sondern kannst ein Workout schnell vor deiner Haustür machen und dabei noch deine Sauerstoffreserven auffüllen.

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Bild: giphy.com

 

Fazit: Die Magie der täglichen Routine

schiebst-lernen-nicht-vor-dir-her-Prokrastination-studystuff-motivation- Habits-Routine-Tagebuch-Reflektion-Meditation, Mit der richtigen Routine, schaffst du es die lästige Prokrastination hinter dir zu lassen

Alle Tipps haben dir gezeigt, dass es auf Zielsetzung und Kontinuität ankommt. Sorge daher für eine etablierte Morgen- und Abendroutine. 

Stehe immer zur selben Zeit auf und gehe in einem 1,5Std.-Fenster immer zur selben Zeit schlafen. Das 6-Minuten-Tagebuch ist ein guter Weg morgens und abends zu reflektieren und am Ball zu bleiben. Integriere ebenfalls Meditation als einen Teil deiner Morgen- oder Abendroutine.

Studien haben gezeigt dass bei 8-wöchigem konsequenten meditieren, die Amygdala (ein Teil unseres Gehirns, der für Prokrastination verantwortlich ist) zunehmend schrinkt und dabei der präfrontale Kortex - verbunden mit Hirnfunktionen wie Selbstbewusstsein, Konzentration und Entscheidungsfindung - dicker wird. 

Ein weiterer entscheidender Faktor ist konstant 8 Stunden zu schlafen, da das die Zeit ist, die dein Körper braucht, um sich zu regenerieren. 

Wenn du oft schlecht gelaunt aufwachst, dann ist das ein Zeichen dafür, dass du deine jetzige Tagesroutine über den Haufen werfen solltest.  Das bedeutet, dass du dir die Gewohnheit ständig zu prokrastinieren  auch wieder abgewöhnen kannst und wie ein Grundschüler alles erledigen kannst, ohne viel darüber nachzudenken.

Diese Tipps gelten übrigens nicht nur für die Situation, das Lernen ständig aufzuschieben.

Egal ob Student, oder schon in der Berufswelt: Wenn du gute Gewohnheiten implementierst, kannst du sie auch später in anderen Bereichen des Lebens anwenden und so erfolgreich Lebensprojekte meistern.

Du wirst dein Leben nie ändern, bis du etwas änderst, was du täglich tust. Das Geheimnis deines Erfolges liegt in deiner täglichen Routine.

John C. Maxwell

Was sind deine hilfreichsten Tipps, um das Lernen nicht mehr aufzuschieben? Erzähl es uns in den Kommentaren.


Bild: Alexas_fotos pixabay

 

Latifah Kouala

Latifah Kouala Latifah ist 20 Jahre alt und studiert TUM-BWL im 5. Semester. Ihr Motto: “Informatik Geek but make it fashion”. Als Teil des Content Teams hilft sie euch unter anderem mit dem Blog dabei, durch ihre Fehler zu lernen, damit ihr sie selbst nicht machen müsst.