27.01.2020 | von Jana Bialecki

Selbstorganisation, Lerntipps

 

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Kennst du das Problem, mit deiner To-Do-Liste einfach nicht voranzukommen? 

Die zahlreichen Aufgaben im Studium zu organisieren ist kaum möglich, wenn deine Freizeit nicht komplett darunter leiden soll. Was wäre, wenn es eine Lösung für dieses Problem gibt, die deinen Alltag deutlich entlastet? Dann überzeug dich doch einfach vom Pareto-Prinzip und verbessere deine tägliches Zeitmanagement.

In diesem Beitrag zeige ich dir, was das Pareto-Prinzip ist und wie du es für dein Studium anwenden kannst, um deine Ziele schneller und einfacher zu erreichen.

 

1. Definition: Was ist das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip wird auch 80-20-Regel genannt. 
Es besagt konkret, dass du 80 Prozent eines gesteckten Zieles (z.B. die Hausarbeit) bereits mit 20 Prozent des Gesamtaufwands erreichen kannst.

Oftmals verbringen wir nämlich die meiste Zeit damit, akribisch bis ins letzte Detail die PowerPoint Folien zu erstellen, via Google nach Input zu suchen, passende Bilder zu finden oder den einen ganz bestimmten Absatz der Hausarbeit kaputt zu schreiben.

Hier ein paar Beispiele, um das Pareto-Prinzip zu verdeutlichen:

  • 20% der Mitarbeiter sind verantwortlich für 80% der Ergebnisse
  • 20% der Kunden sind verantwortlich 80% des Umsatzes
  • 20% der Klamotten in deinem Kleiderschrank werden 80% der Zeit getragen

Besonders bei den vielen Hausarbeiten und zusätzlichen Aufgaben, die du im Studium leisten musst, geht es gar nicht, bei jeder Aufgabe 100 Prozent zu geben und immer an einer perfekten Lösung zu arbeiten. Meist reichen auch 80 Prozent aus, um gut abzuschneiden, deine Ziel zu erreichen und dich dabei nicht zu überlasten. 

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Dir wird hierbei mit Sicherheit auch schon aufgefallen sein, dass trotzdem 20 Prozent zur vollen Leistung fehlen. Diese nehmen laut des Pareto-Prinzips allerdings 80 Prozent der Zeit ein, was sie in den meisten Fällen zu unnötigen Details macht. 

 

2. Wie hilft dir das Pareto-Prinzip im Zeitmanagement?

 

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Die Anwendung auf deinen Alltag ist eigentlich ganz einfach. Wenn du deine Zeit richtig einsetzt, wirst du 80 Prozent deiner Aufgaben in nur 20 Prozent der Zeit bewältigen können. Dies gilt natürlich nicht für einfache Mathematikaufgaben, die man einfach der Reihe nach abarbeiten muss. Für das Lernen auf Klausuren oder Verfassen einer Hausarbeit kannst du das Pareto-Prinzip jedoch anwenden.

Konkret sparst du die Zeit, indem du Prioritäten setzt:

  • Was musst du auf jeden Fall machen? 
  • Welche Aufgaben müssen am schnellsten erledigt werden? 
  • Was sind die größten Zeitfresser? 

Im Studium kommt es immer darauf an, dass du die vermittelten Inhalte verstehst und einen guten Überblick über den Stoff in deinen Fächern behalten kannst. Viele Aufgaben sind meist aber vollkommen unerheblich.

Die Kunst ist es daher, mit kleinem Einsatz die größtmögliche Wirkung zu erzielen und dich nicht mit unwichtigen Details zu beschäftigen. Du musst dein Studium als ein Großes und Ganzes sehen – um es erfolgreich zu meistern ist Produktivität ein wichtiges Ziel. Daraus ergeben sich zahlreiche Tipps und Hinweise, die ich in meinem Studium lernen konnte und die auch dir ein besseres Zeitmanagement ermöglichen:

Was ist wirklich wichtig?

Jede Aufgabe hat ein Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen und die Aufgabe lösen zu können, musst du vorher entscheiden, mit welchen Schritten du dein gewünschtes Ergebnis erreichen kannst. Diese Schritte sind dann auch die wichtigsten. Auf sie solltest du deine Energie fokussieren.

Welchen Einsatz legst du an den Tag?

2 Stunden konzentriert arbeiten oder 8 Stunden hin und her puzzeln? Hast du deine wichtigsten Aufgaben im Blick, gilt es diese fokussiert abzuarbeiten. Mit etwas Einsatz und Konzentration kannst du deine Aufgaben schnell erledigen. So sparst du dir viel Zeit, die für schönen Dinge nutzen kannst, wie zum Beispiel Zeit mit deinen Freunden zu verbringen.

Wie sieht es mit deiner Einstellung aus?

Du kannst die Vorteile des Pareto-Prinzips nur dann nutzen, wenn du dir mit deiner Einstellung nicht selbst im Weg stehst. Es geht nicht darum, das Unmögliche möglich und alles perfekt zu machen. Stattdessen gilt es an dem zu arbeiten, was möglich und wirklich wichtig ist. Zu hohe Erwartungen an das Ergebnis machen dir viel mehr Arbeit und rauben dir die nötige Energie, um deine Ziele zu erreichen.

 

Beispiel: Vorgehen bei einer Hausarbeit mit dem Pareto-Prinzip

Musst du beispielsweise eine Hausarbeit schreiben, ist es sinnvoll vorher die wichtigsten Schritte aufzuschreiben und diese abzuarbeiten. 5 Stunden nach der schönsten Schriftart zu suchen und jeden einzelnen Artikel, den es zu deinem Thema gibt zu lesen, gehört übrigens nicht dazu 😉

Folgendermaßen könnte deine To-Do-Liste aussehen:

  1. Finde ein Thema und formuliere eine konkrete Fragestellung
  2. Beginne mit der Recherche. Fokussiere dich dabei auf die Artikel und Bücher, die für deine Fragestellung wirklich relevant sind, alles andere ist unwichtig und frisst bloß Zeit
  3. Erstelle ein Inhaltsverzeichnis
  4. Schreibe quick & dirty zu jedem Punkt alles runter
  5. Lass das ruhen
  6. Schaue mit einem klaren Kopf noch einmal über das Geschrieben drüber und überarbeite es
  7. Bringe den Text nun in das richtige Format – orientiere dich dabei an den Vorgaben deines Profs oder deiner Uni
  8. Hole dir Feedback ein
  9. Passe deine Hausarbeit entsprechend des Feedbacks an
  10. Lies noch einmal darüber, um letzte Fehler (sowohl inhaltlich als auch formell) zu verbessern

 

3. Verabschiede dich vom Perfektionismus

 

 

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Ich gebe zu, auch für mich war es schwer mich vom Perfektionismus zu verabschieden. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich erkannt habe, dass man nicht alles perfekt machen und immer 100% geben kann, selbst wenn man wollen würde. Wir haben alle begrenzte Ressourcen. (Ganz abgesehen davon, dass nicht jede Aufgabe perfekt bearbeitet werden muss.)

Um das etwas besser zu veranschaulichen: Es ist wie bei jedem klassischen Fahrzeugtank. Ist der Tank leer, fährt das Auto nicht mehr. Verbrauchst du alle deine Ressourcen, wirst du auch nicht mehr an deinen Zielen arbeiten können. Warum also nicht 80 Prozent des Kraftstoffs sparen, wenn die Fahrt dafür nur 20 Prozent früher enden muss?!

Für viele führt ein überhöhter Selbstanspruch im Studium zu Überlastung und Frust. Nach einer gewissen Zeit ist dann der Punkt erreicht, an dem deine Produktivität zurückgeht. Dieser Punkt wird als der Yerkes-Dodson-Scheitelpunkt bezeichnet, der wiederum auf den Namen des Psychologen John D. Dodson zurück geht, der dieses Phänomen erforschte.

Yerkes-Dodson-GesetzHier das Yerkes-Dodson-Gesetz erklärt im Study-Hack Stil von Motiviert Studiert (guter weiterer Artikel 🙂)

Der Scheitelpunkt stellt dein persönliches Leistungsoptimum dar und steht für deine Produktivität. Natürlich solltest du diese Kurve nicht zu ernst nehmen. Jeder findet an einer anderen Stelle seinen persönlichen Scheitelpunkt und somit seinen eigenen, optimalen Arbeitsablauf.

 

3. Die Priorisierung der wichtigsten Aufgaben liegt bei dir!

Natürlich geht die 80-20-Regel nicht immer auf, in den meisten Fällen ermöglicht sie allerdings eine recht genaue Einschätzung der eigenen Organisation.

Der Schlüssel liegt zusätzlich darin, die Zahlen nicht auf 20 Prozent und 80 Prozent festzunageln. Der Kernpunkt ist, dass die meisten Dinge im Leben (Aufwand, Belohnung, Leistung) nicht gleichmäßig verteilt sind - einige tragen mehr als andere zum Ergebnis bei. 

Welche Aufgaben sind in deinem Studium wichtig? 

Diese Frage kann ich dir nicht abnehmen. Die 80-20-Regel zeigt allerdings, dass du mit ihr deutlich mehr in kürzerer Zeit schaffen und einen stressigen und hektischen Alltag vermeiden kannst. Aus diesem Grund bekommst du von mir zum Abschluss noch fünf kleine Tipps, wie du deine Organisation produktiv und ohne viel Zeitverlust gestalten kannst.

Meine Tipps für deine Zeitplanung

1) Leg dir regelmäßig eine To-do-Liste an!

2) Beginne mit der kompliziertesten Aufgaben!

3) Schalte dein Smartphone während des Arbeitens aus!

4) Fokussiere dich voll und ganz auf die Aufgabe!

5) Vergleiche deine Zeitplanung nicht mit der anderer!

 

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Mehr Erfolg in kürzerer Zeit!

Wenn deine Organisation und dein Zeitmanagement für dich bisher häufig eine Herausforderung waren, kannst du diesem Problem jetzt ein Ende setzen.

Durch das Pareto-Prinzip kann ich produktiver und gleichzeitig entspannter arbeiten, ohne jeden Tag an meine Grenzen zu stoßen. Auch du kannst mit einem besseren Management deiner eigenen Zeit dafür sorgen, deine Ziele und Ergebnisse schneller zu erreichen, deine Zeit effektiver zu nutzen und dadurch in Zukunft deutlich mehr Zeit für die wirklich schönen Dinge im Leben zu haben. Klingt gut?

 

 

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Schreib uns gerne in die Kommentare, ob du den Artikel hilfreich fandest und, ob du das Pareto-Prinzip ausprobieren wirst. 

Viel Erfolg!

Bild: @minhphamdesign unsplash.com

Jana Bialecki

Jana Bialecki Jana ist Content und Social Media Managerin bei StudyStuff. Sie sorgt für frische Inhalte und das du immer hilfreiche Unterstützung im Blog und auf unseren Social Media Kanälen erhältst.